19 Termas de Rio Hondo, San Miguel de Tucuman, Humahuaca, Salta, Cachi, Cafayate, Belén, Fiambalá, Copiapó
29. Oktober – 25. November 2018, KM 3’605

Bevor wir Termas de Rio Hondo verlassen besuchen wir noch das Auto- und Töff-Museum. Zu sehen gibt es hauptsächlich alte Rennautos und Motorräder. Auf dem dazugehörenden Circuit finden heute noch nationale und internationale Töffrennen statt.
Bis nach San Miguel de Tucuman ist es nicht mehr weit. Unser Ziel ist es, die seit bald einem Jahr defekte Windschutzscheibe zu ersetzen. Die Risse ziehen sich mittlerweile über die halbe Scheibe. Wir fragen den Parkgeldeintreiber ob er uns eine seriöse Garage empfehlen kann. Ja klar kann er, und erst noch ganz in der Nähe. Es ist 15.00 Uhr und wir zweifeln ob da um diese Zeit gearbeitet wird.
Wieder einmal ist das Glück auf unserer Seite, die Tore sind weit offen. Nach kurzen Verhandlungen sitzen wir auf Stühlen auf dem Trottoir und sehen zu, wie an unserem Bischu, am Strassenrand die Scheibe ausgewechselt wird. Nach einer guten Stunde sind wir schon wieder unterwegs mit einem guten Tipp: fahrt doch in die Berge es ist hier zu heiss. Eine Adresse wird auch mitgeliefert. Da das in unserer ungefähren Richtung liegt, befolgen wir den guten Rat. Kurve um Kurve schlängeln wir uns durch ein wunderschönes, idyllisches Tal bergauf, bis wir das kleine Touristendorf Tafi del Valle auf, über 2000m ü. Meer erreichen, mit wirklich angenehmeren Temperaturen.



Humahuaca liegt auf ca. 3100m ü.Meer und es ist 30 Grad warm, wir schwitzen also auch in diesen Höhen. Das Klima hier ist wüstenhaft mit einer kurzen Regenzeit im Sommer. Auf dem Programm steht der 14 farbige Hornocal, auf über 4300 m ü. Meer, der seine Farbenpracht den vielen verschieden Erzen verdankt. Wir mieten für den nächsten Tag ein Auto mit Chauffeur, die Strasse sei zu gefährlich, belehrt man uns. Na ja, wir hätten das locker mit unserem Bischu geschafft, doch sich einmal so durch die Gegend chauffieren zu lassen ist auch  schön.
Im Stedtli lernen wir wieder einmal ein Schweizer Paar kennen, wir trinken ein Bier zusammen und verabreden uns zum Nachtessen. Sie sind mit einem Mietauto für drei Wochen in der Region unterwegs, und in einem guten Hotel einquartiert. Wir dürfen da mit ihnen zusammen essen. Das passt hervorragend, feiern wir doch heute unsere einjähriges Südamerika Jubiläum. Und das Essen war echt Spitze, wir geniessen zum ersten Mal ein Lamafilet.



Über den Salinas Grandes fahren wir nach San Antonio de los Cobres, kommt euch sicher bekannt vor. Richtig, wir waren schon einmal da, mit dem Zug. Auf dem Weg zum Viadukt kommen wir an der verlassenen Mine Concordia vorbei.
Dieses Mal schlafen wir auf über 4100m ü. Meer unter dem Viadukt. Wir kraxeln dann nochmals ca. 100 Meter bis zur Brücke hinauf, ziemlich atemlos kommen wir oben an. Die Höhe macht sich bemerkbar, unsere Pumpe muss arbeiten. Vorgängig hörten wir immer wieder von Reisenden, dass die Höhenkrankheit erst nachts, also im Bett, auftritt. Gespannt legen wir uns schlafen und warten was jetzt passiert. Erstmal nichts, wir schlafen ohne Probleme ein. Irgendwann das obligate "Nachtbisi", beiden geht es gut. Es wird morgen, beide sind ausgeruht, also: beide keine Probleme, toll. Auch unser Bischu zeigt bis jetzt keine Höhenkrankheiten, einzig die Wasserpumpe pumpt langsamer. Fazit, es geht allen hervorragend und alle weisen ein kleines "Pumpenproblem" auf.



Zurück in Salta gönnen wir uns einige Ruhetage. Unser Fahrzeug bekommt eine Reinigung, wir bummeln durch die uns schon bekannte Stadt und essen hervorragend in guten Restaurants. Einziger Wermutstropfen, auf dem Campingplatz steht neben uns, ein in die Jahre gekommenes, argentinisches Wohnmobil mit speziellen Haustieren: einem Huhn und einem Hahn, die den ganzen Tag frei herum rennen. Während der Nacht werden sie in einen Käfig gesperrt und vor dem Fahrzeug platziert. Die erste Nacht nehmen wir das noch locker, als um 03.00 Uhr der Güggel kräht und bis zur Morgendämmerung nicht mehr aufhört. Die zweite Nacht ärgern wir uns und die dritte Nacht nervts nur noch, die vierte sind wir weg.
Noch einmal fahren wir über Cachi durch das einmalige Vallee Calchaqui nach Cafayate. Dieses Mal besuchen wir zwei Bodegas, eine Kleinere und eine Grössere. Wir degustieren einige wirklich gute Weine und decken uns mit einigen Flaschen ein. Nicht viel, denn unser Keller ist klein.
Unser Ziel ist immer noch der Paso San Francisco. Bis dahin sind es noch einige Kilometer. Fiambalá ist die letzte Ortschaft vor dem immer noch 180 Kilometer entfernten Grenzübergang. Ein Muss ist es von hier aus die einige Kilometer entfernte Therme zu besuchen. Das ca.48 bis 24 Grad heisse Wasser soll gut sein für Haut und Knochen. Das heisse Wasser fliesst von einem Becken ins nächste. Es gibt mindestens Zehn davon, zum Teil auch mit kleinen Massage-Wasserfällen. So richtig zum verwöhnen! Schade ist nur: wir schwitzen so schon ziemlich, auch ohne zu baden. Trotzdem bleiben wir einen Tag länger, einfach weil es  so schön und entspannend ist.



Wir beschliessen vor der Passüberquerung den Tip eines Einheimischen zu befolgen. Nach ca. 80 Kilometer biegen wir von der Hauptstrasse ab und folgen der Schotterpiste hinauf auf über 4500m ü. Meer. Die Strasse wird immer schlechter und die Aussicht immer gigantischer. Nach 60 Kilometer suchen wir einen Platz zum wenden, denn die Holperpiste wird uns zu riskant. Wir übernachten an der Laguna de los Aparejos auf 4200m ü. Meer, mit Sicht auf viele Flamingos, einfach traumhaft.
Anderntags wollen wir endlich über den Pass. Kurz nach dem Mittag stehen wir gut gelaunt vor dem Argentinischen Zollgebäude. Doch der nette Zollbeamte erklärt uns, dass es kein Licht gibt, also ist die Grenze geschlossen. Wie bitte? Es gibt kein Licht? Haben die denn keine Taschenlampe? Wir schauen ihn mit grossen Augen an und ja, ja das Licht funktioniert nicht, erklärt er uns noch einmal. Wie lange das denn dauert bis wir fahren können, fragen wir? Jaaaaa….., vielleicht 3-4 Stunden, vielleicht 2-3 Tage. Da wir ja mittlerweile ziemlich geduldig worden sind, warten wir. Drei Stunden später fragen wir nach, ja also heute und morgen geht nichts, erklärt er uns. Aha, und jetzt? Das heisst für uns 200 Kilometer bis nach Fiambalá zurück fahren, denn hier in dieser Wüste hat und gibt es, ausser dem Zollgebäude, rein gar nichts. Und der Kühlschrank ist ja auch leer, schliesslich wollen wir ja nach Chile.
Drei Tage harren wir aus bis wir endlich hören, dass der Generator auf der Passhöhe angekommen ist und wieder gearbeitet wird. Jetzt aber nichts wie los. Bei den Argentiniern läuft alles wie geschmiert. Bis zum Chilenischen Zoll sind es noch einmal 130 Kilometer, also übernachten wir an einer schönen Lagune auf knapp 4000m ü.Meer, kurz vor dem Zoll. Ja, und dann wie immer, der nette Zöllner nimmt unser Bischu ziemlich genau unter die Lupe, wir werden einiges los. Und zwar Esswaren die bis jetzt nie ein Thema waren, aber mit einem freundlichen Lächeln und der Faust im Sack überlassen wir ihm selbstverständlich alles. Freundlich verabschieden wir uns und fahren bis zur nächsten Stadt, Copiapó, nochmals knappe 170 Kilometer. Dieser Pass ist also von einer Ortschaft bis zur nächsten über 480 Kilometer lang und dazwischen gibt es rein gar nichts ausser Natur pur, wunderschön.