11 Uspallata, Las Flores, Villa Union, Gordoba, Villa Dolores, El Volcan, Bardas Blancas, Lago Colbun
11. April - 7. Mai 2018, KM 2'992

Da das Wetter so schön und warm ist und die nächsten Tage auch bleibt, beschliessen wir über den Paso Agua Negra nach Chile zu wechseln. Mit seinen 4779 m Höhe ist er der höchste Übergang zwischen den beiden Ländern, doch nur im Sommer befahrbar. Sobald der erste Schnee fällt wird er geschlossen. Zuversichtlich fahren wir die nächsten Kilometer zügig nach Las Flores, wo sich der Argentinische Zoll befindet. Die Enttäuschung ist gross als uns der Zöllner erklärt, dass der Pass infolge starken Winden und Schneeverwehungen seit 2 Tagen geschlossen ist und bleibt. Wir kehren um und müssen eine Planänderung vornehmen. Ganz in der Nähe befinden sich zwei Parks: Talampaya und Ischigualasto. Wir beschliessen da hin zu fahren. Zuerst besuchen wir den Parque Nacional Talampaya. Der Park darf nur mit einer geführten Tour besucht werden, also buchen wir eine 3-stündige Fahrt in einem 4x4 Safaribus. Es gibt hier ein mehr als 30 Kilometer langes, sich abwechselnd verengendes, öffnendes oder verzweigendes Schluchtsystem. Senkrechte, 130 m hohe Sandsteinwände, antiken Säulen gleichend, haben Formationen gebildet, die Kastell, Kathedrale und Pantheon genannt werden. In unerreichbaren Höhen nisten Kondore in Felshorsten. Vor einigen Jahren fand man bei Ausgrabungen Fossilien von 17 Dinosauriern, die hier vor 220 Mio. Jahren gelebt haben, vor allem pflanzenfressende Riesensaurier. Wir sind beeindruckt.
Im Parque Ischigualasto treffen wir uns mit den St. Gallern Silvia, Erich und Marcel. Wir kennen sie vom Paraiso Suizo und sie sind unübersehbar, sind sie doch mit drei Fahrzeugen, samt Anhänger unterwegs. Eines davon ein altes Schweizer Postauto. Auch in diesem Park darf man sich nicht alleine bewegen, aber man kann mit dem eigenen Fahrzeug, im Konvoi und mit Führer, durch das eindrückliche Valle de la Luna fahren. Die beste Zeit für die Tour ist die Abenddämmerung. Um 16.00 Uhr reihen wir uns in die Fahrzeugschlange ein. Und schon geht es los auf die ca. 4 stündige, 38 Kilometer lange Rundfahrt. Dieser Park ist aber hauptsächlich bekannt, weil es hier die besten Dinosaurierfunde der letzten Jahrzehnte gibt. Im Gegensatz zum Parque Talampaya waren hier aber die fleischfressenden Saurier heimisch.



Wir beschliessen einige Tage zusammen weiter zu reisen. Da an unseren Fahrzeugen kleinere Reparaturen anstehen, ist Cordoba unser nächstes Ziel. Es ist Wochenende und wir richten uns am Stadtrand auf dem Camping Municipal, ein. Am Sonntag besuchen wir Cordoba, leider ist alles geschlossen und es ist sehr heiss. Wir begnügen uns mit einem halben Kilo Glacé, denn zu sehen gibt es nicht wirklich viel. Die zwei, drei kleineren Instandsetzungen sind schon nach dem ersten Tag behoben. Doch da wir seit zwei Wochen hinten links Luft verlieren, müssen wir noch in eine Gomeria, Reifenwerkstatt. Der Pneu ist rasch geflickt, der Verursacher war ein langer Nagel. Umso grösser dann die Überraschung am nächsten Morgen: wir haben keine Luft mehr, stehen also auf dem Felgen. Und das an Peter’s Geburtstag. Mit Hilfe von zwei netten Argentiniern ist das Reserverad rasch montiert, wir bekommen die Adresse von einer "guten" Gomeria und fahren dort hin. Schnell wird klar, dass gestern gepfuscht wurde. Gegen 16.00 Uhr ist dann endlich auch das Reserverad wieder unterm Fahrzeug befestigt und ich widme mich dem Geburtstagskuchen. Bei einem guten Stück Rindsfilet und einem edlen Tropfen Wein feiern wir dann doch noch Geburtstag. Auch mein erster Schoggikuchen schmeckt ausgezeichnet.




Nach 4 Tagen ist an allen Autos alles geflickt und erledigt. Weiter geht es Richtung Mendoza. Wir überqueren eine gewaltige Gebirgskette. In Nono besuchen wir das Museum Rocsen. Auf kleinstem Raum bestaunen wir hier 57'500 Gegenstände aller Art und aus der ganzen Welt. Von uralt bis beinahe schon modern. Nach ca. zwei Stunden verlassen wir ziemlich überfordert das Museum. Gesehen haben wir bestimmt nicht alles. 




Ich fahre mit Marcel im Postauto mit, habe also einen privaten Postauto-Chauffeur 😉. Wir fahren, oder besser, schlängeln uns über viele Haarnadelkurven auf 1700 m hoch. Marcel gerät ins Schwitzen, fährt er doch zum ersten Mal eine solche Bergstrasse. Doch er meistert die Strecke sehr gut und könnte es mit jedem Schweizer-Postauto-Chauffeur aufnehmen. Oben werden wir mit einer tollen Aussicht belohnt. Nach kurzer Erholungspause geht es weiter. Die Strasse windet sich durch eine Hügellandschaft mit vielen Felssteinmauern, die stark an Wales erinnern. Und immer wieder ziehen Kondore ihre Kreise über uns. Links und rechts weiden viele Kühe und Pferde, die geniessen hier oben wahrlich ein glückliches Leben. Gegen Abend erreichen wir das kleine Goldgräbernest Carolina.





Auf der Weiterfahrt Richtung San Luis finden wir keinen geeigneten Platz zum Übernachten, dafür finden wir Bernd, den Aleman, mit seiner Frau Conny und ihrem Sohn. Es ist zwar kein offizieller Campingplatz, doch sein Campo ist so gross, dass wir da stehen dürfen. Bernd lebt seit über 30 Jahren hier in El Volcan. Spontan werden wir zu einem Begrüssungs-Apéro und einem Asado eingeladen. Der Grillrost ist voll von feinen Köstlichkeiten und wir verbringen einen lustigen Abend zusammen.
In der Nähe befindet sich eine Onyx-Fundstätte und Bernd organisiert für uns die Besichtigung einer Onyx-Werkstatt im 60 Kilometer entfernten La Toma. Interessant wie da gearbeitet wird, ohne Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Schutzmaske.
Nach zwei weiteren gemütlichen Abenden, nehmen wir Abschied von dieser so gastfreundlichen Familie. Nochmals herzlichen Dank euch beiden.



Wir besuchen das Weingut eines bekannten Schweizers. Zuerst können wir die riesigen Tanklagerhallen besichtigen. Pro Jahr werden hier 2 Mio. Flaschen Wein abgefüllt und zu 100 Prozent in alle Herrenländer exportiert. Doch das Highlight ist ganz klar das feine Essen mit passenden Weinen. Wir schlemmen wieder einmal so richtig😊. Und alles unter freiem Himmel, bei Sonnenschein und warmen Temperaturen. Perfekt!
2 Tage später wechseln wir wieder nach Chile. Wir überqueren den 2550 m hohen Paso Pehuenche. Diesmal wird unser Bischu vom Chilenischen Zollbeamten besonders unter die Lupe genommen, jedes Kästli müssen wir öffnen und natürlich, wie immer, wird er fündig. Doch er könnte uns noch mehr wegnehmen, drückt jedoch beide Augen zu.
Und dann treffen wir nach dem Zoll auf die Aargauer Doris und Fritz mit demselben Fahrzeug wie wir, gekauft am selben Ort. Wie ist die Welt doch klein. Nach einem kurzen Schwatz rollen wir auf der kurvenreichen Strasse talwärts zum Lago Colbun.