26 Guayaquil, Santa Elena, San Lorenzo, Pilalo, Sigchos, Parque Cotopaxi, Termas Papallacta, Quito
9. - 24. April 2019, KM 1'008
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Wir bleiben noch einige Tage in Guayaquil, sortieren ca. 1200 Fotos, lassen Wäsche waschen und besichtigen die Stadt. Danach fahren wir nach Salinas, genau la Chocolatera, dem westlichsten Punkt des südamerikanischen Kontinents. Weiter geht es auf der Ruta del Spondylus nordwärts. Bevor wir Montecristi ansteuern übernachten wir noch einmal an der Küste an einem einsamen Strand und beschliessen, dass wir jetzt genug Hitze und schlaflose Nächte genossen haben und auch genug Pelikane im Formationsflug gesehen haben. Also ab in die Berge zu den Vulkanen, nicht ohne Zwischenstopp in Montecristi, DER Stadt der berühmten Panama-Hüte. Ja richtig, den Ursprung der Hüte ist und bleibt Ecuador. Die Herkunft des legendären Hutes lässt sich bis auf 4000 Jahre v. Ch. zurückverfolgen. Archäologische Figurenfunde deuten dies zumindest an. Zu Ruhm und Ehren gelangt der Hut jedoch erst viel später. Europäische Auswanderer entdeckten den Sombrero fino 1848 auf ihrer Route von der alten Heimat über Panama nach San Francisco. Hergestellt wurden die Hüte aber ausschliesslich in Ecuador. 1855 machte das gute Stück auf der Weltausstellung in Paris Furore. In Panama waren die Sombreros aus purem Stroh jedoch schon Jahrhunderte vorher gelandet. Die ersten handgeflochtenen Exemplare wurden von Balsaflössern aus der Manabi Region, nach Zentralamerika zum Warenaustausch mitgebracht. Der irrtümliche Name blieb bis zum heutigen Tag erhalten, der wahre Herkunftsort auch. Das Toquilla-Stroh wächst ausschliesslich an der ecuadorianischen Küste und alle Hüte werden von Hand geknüpft. Je feiner, je teurer. Die allerfeinsten sind 100 Prozent wasserdicht, können durch einen Fingerring gezogen werden und kosten bis zu 1000.- Franken. Wir besuchen so ein Sombrero-Hut Geschäft und mit einem Panamahut auf dem Kopf verlassen wir es wieder🤣. Unsere Hüte passen allerdings nicht durch einen Fingerring😉.

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Der Kratersee, oder die Laguna Quilotoa liegt auf 3900 Meter ü. Meer. Von Null auf knappe 4000 Meter das geht nicht in einem Zug, also übernachten wir in Pilalo auf 2600 Meter ü. M. noch einmal. Auf dieser Fahrt begleiten uns links und rechts der Strasse unzählige Bananen- und Kakaoplantagen. Es ist hier schon wesentlicher kühler, auch hat es dichte Wolken und ab und zu regnet es sogar. Doch der nächste Morgen begrüsst uns mit warmen Sonnenstrahlen, da sieht die Welt doch gleich wieder anders aus. Bis zur Lagune ist es nicht mehr weit, dafür steil und gute Strassen. Davon sind wir überrascht, denn auf unserer Strassenkarte neueren Datums ist quasi ein Wanderweg eingezeichnet und wir rechneten mit einer schlechten Schotterpiste. Glück gehabt und Zeit gespart. An der Lagune geht es ziemlich touristisch zu und her, überall wird gebaut und es reiht sich Souvenirshop an Restaurants, daher die gute Strasse. Wir kraxeln ca. 20 Meter hoch bis zum Kraterrand und sind überwältigt. Der See liegt 350 Meter tiefer unten und es führt ein guter, steiler, staubiger Weg hinunter. Wollen wir das wagen? Ich bin skeptisch, bin jetzt schon ziemlich ausser Atem. Wir versuchen es. Doch schon nach einigen hundert Metern gebe ich auf, das ist mir definitiv zu steil. Peter geht alleine weiter. Ich keuche wieder den Berg hinauf und finde immer einen Grund zum Verschnaufen, jemand muss ja noch fotografieren😅. Man hätte zwar auf Maultieren hinaufreiten können, doch mir tun diese Viecher leid, und vor allem die Kinder oder Jugendlichen die sie begleiten. Nonstop hinauf und im Eiltempo wieder hinunter, die Touris warten ja. Auch ich warte, und auch mein Schatz, wie erwartet, sprintet im Eiltempo den Hügel hinauf. Ziemlich durchgeschwitzt und strahlend zeigt er mir die Minuten die er gebraucht hat, das schafft kaum ein Maultier, aber er ist ja auch keins🤣. Auf unserem Übernachtungsplatz bekommen wir ein frisch eingepflanztes Pflänzchen, mit den besten Wünschen mit auf den Weg.

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Weiter geht es gemütlich zum höchsten Vulkan der Erde, zum Cotopaxi, 5897 Meter ü.M. Am Parkeingang muss man sich registrieren, Eintritt ist gratis. Wir fahren zum grossen Parkplatz an der Laguna de Limpiopungo und beschliessen spontan hier zu übernachten. Wir schauen uns erst einmal um, wo ist der höchste Vulkan der Erde? Ausser vielen Wolken sehen wir nicht viel. An der Lagune einige Enten und Vögel, aber vor allem viele Wildpferde. Doch es gibt einen schönen Weg rund um den See, den wir als erstes begehen. Mittlerweile vermuten wir aber in welcher Richtung der Vulkan sein könnte. Und dann gegen Abend öffnen sich plötzlich die Wolken und da ist er, nur kurz zwar, aber immerhin. Wir hoffen auf morgen, da soll es in der Regel klarer sein.
Um 07.00 schaut Peter zum ersten Mal aus dem Fenster: kannst ruhig weiter schlafen, alles im Nebel, ist sein Kommentar. Gottseidank, denke ich. Eine halbe Stunde später, bricht Hektik aus, was ist los? Der Cotopaxi, schnell, die Wolken sind weg. Im Halbschlaf ziehe ich mich an, Schal und dicke Jacken sind auch noch angesagt. Dann nichts wie raus. Wouwwww. Staunen und einige Fotos, innerhalb wenigen Minuten ist das Schauspiel vorbei. Jetzt können wir gemütlich frühstücken, zwar immer mit einem Blick auf den Berg. Gegen Mittag verabschieden wir uns von dieser schönen Gegend, der Berg bleibt verhüllt.

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Auf der Ruta de los Volcanes fahren wir weiter Richtung Quito, leider ist die ganze Gegend Wolkenverhangen, wir sehen also keine weiteren Vulkane. Dafür machen wir einen spontanen Abstecher zu den Termas de Papallacta. Die unterschiedlich heissen schwefel- und alkalihaltigen Badebecken sind gut zur Behandlung von Rheuma und Arthritis. Wir geniessen es einfach😊. Auch das Nachtessen im dazugehörenden Hotel ist ausgezeichnet.
Jetzt ist es nicht mehr weit bis Quito. In der Stadt zu übernachten scheint uns nicht sehr komfortabel, wir finden etwas ausserhalb einen sicheren Campingplatz. Ins Zentrum kommen wir entweder mit dem Bus oder einem Taxi. Einzig, wir haben vergessen, dass Ostern ist. Am Karfreitag geraten wir in der Innenstadt in verschiedene, riesige Osterprozessionen, alle Strassen sind gesperrt und natürlich auch alle Geschäfte geschlossen. Wir lesen, dass an Ostern tausende von Gläubigern in die Stadt pilgern. Wir begnügen uns also mit Kaffee trinken😄. Am nächsten Tag unternehmen wir, die schon übliche Stadtrundfahrt mit Bus, leider regnet es immer wieder. Also auch nicht wahnsinnig toll. Darum besuchen wir noch ein modernes Shopping-Center, doch hier merken wir schnell, das ist nicht unserer Welt und entspricht nicht unserem Budget, denn wir benötigen keine Rolex-Uhr. Noch ein letzter Ausflug zum 40 Kilometer entfernten Äquator, zusammen mit York und Rita, die auch hier sind. Wir haben sie in Sucre kennengelernt. Das Witzige: genau auf dem Äquator schafft man es, dank Anziehungskraft der Erde, dass ein Ei auf einem Nagel steht. Es braucht allerdings einige Geduld, doch man kann es schaffen.😜.