24  Nasca, Oase de Huacachina, Lima, Lambayeque, Zorritos
6. März  - 26. März 2019, KM 2'070

Kurz nach unserer letzten Homepage-Veröffentlichung bekommen wir von unseren holländischen Freunden, Sippie und Klaas eine E-Mail mit einem Link. Was wir dann in diesem Bericht lesen, stimmt uns nachdenklich und im Nachhinein müssen wir sagen, dass wir ziemlich sicher einer gut organisierten Bande auf den Leim gekrochen sind, bezüglich kaputtem Lenksystem. In Zukunft werden wir hoffentlich vorsichtiger sein🤔.
Bevor es nordwärts geht, besuchen wir 25 Kilometer südlich von Nasca den gigantischen, präinkaischen Friedhof, das Gräberfeld Chauchilla. Bis vor Kurzem lagen beziehungsweise standen auf dem 10 km²
grossen Areal Mumien, Menschenschädel, Knochen, Textil- und Keramikreste wild verstreut herum. Inzwischen ist das Gräberfeld aufgeräumt. Die Mumien (in Fötalhaltung, mit gebrochenem Rückgrat, durchtrennten Kniesehnen, die Arme um die Beine geschlungen) wurden mit ihren Beigaben in ihre Grabkammern gesetzt und mit Holz überdacht. So kann man sich ein gutes Bild von der Art und Weise der damaligen Bestattungen machen.
Einen kleinen Abstecher wert ist die Oase Huacachina. Umrahmt von Dattelpalmen und 200 m hohen Sanddünen schimmert die blaugrüne Lagune im gleissenden Sonnenschein. Was wir, oder besser gesagt Peter, hier will: Sand-Skifahren. Doch kaum im Sportgeschäft bin auch ich schon am Ski-Schuhe probieren, zwar mit sehr gemischten Gefühlen. Mit dabei ist ein kanadisches Ehepaar in unserem Alter. Sie machen das allerdings schon zum zweiten Mal. Zuerst kraxeln wir zu Fuss mit Skischuhen und den Skiern auf dem Buggel die Dünen hoch. Hätte ich das vorher gewusst…,😰. Schweissgebadet geht es dann los. Ich habe einfach nur Schiss, wage aber trotzdem die erste Abfahrt. Mehr schlecht als recht komme ich unten an. Ich glaube der Sand klebt an den Skiern, das ruckt und zuckt nur so. Wir kraxeln nochmals hoch, zwei Schritte vorwärts, einer zurück. Dann den nächsten Hang hinunter, doch mit dem ῎klebrigen῎ Sand gelingt die Schussfahrt nicht so ganz nach meinem Wunsch. Ich küsse den Sand und bin von Kopf bis Fuss paniert, einmalig. Nicht nur zwischen den Zähnen, in den Nasenlöchern und in den Ohren, es ῎chieset῎ überall. Für Peter natürlich alles super und kein Problem. Ab jetzt geht es immerhin mit dem Sandbugy die Dünen hoch. Wir stehen auf der Krete der ersten unberührten Düne, die andern drei schnallen schon die Skier an, hingegen mir wird schon schlecht vom hinunterschauen, das geht ja beinahe senkrecht den Hang hinunter😱. Nein, definitiv nein, für mich wars das denn. Ich packe meine Skier wieder in den Sandbugy und lasse mich, allerdings wie auf einer Achterbahn und nicht gerade zimperlich, hinunter chauffieren. Nachdem alle und alles wieder eingeladen ist, düsen wir zur nächsten Düne, höher und steiler. So geht das noch einige Zeit weiter, jede noch höher und steiler. Mittlerweile geniesse ich das Bugyfahren, Achterbahnen mochte ich schon immer. Nach knapp vier Stunden kehren wir ziemlich müde und völlig versandet zu unserem Bischu zurück und sind froh, stehen wir auf einem Platz mit grossen Duschen und genügend warmen Wasser.

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Lima ist, nach Kairo, die zweitgrösste Wüstenstadt der Erde. Doch ausser der Altstadt und vielen, sicher guten Museen gibt es nicht viel zu sehen. Jedenfalls nicht für uns, ausserdem ist es einfach nur heiss und staubig. Und unser Fahrzeug muss schon wieder in einen Untersuch zu Mercedes. Wir glauben es leidet an Herzrhythmus-Störungen und hoffen auf Besserung. Während dieser Zeit besuchen wir ausgewanderte Bekannte aus unserer Heimat. Bei einem guten Kaffee plaudern und diskutieren wir über frühere Zeiten. Schon bald heisst es wieder Abschied nehmen, denn unser Bischu wartet. Mit neuen Bremsscheiben, gereinigten Drehzahlsensoren und anderen Kleinigkeiten fahren wir frohen Mutes Richtung Norden. Kaum 200 Kilometer weiter beginnt das Desaster von Neuem, alle Lampen blinken, gibt selber Gas und hüpft munter auf der Strasse umher. Was genau haben die jetzt in Lima gemacht? Haben sie überhaupt eine Ahnung von Elektronik? Oder können sie nur das Messgerät bedienen aber nicht lesen? Im Moment zweifeln wir an allem😟. Da die Landschaft ziemlich öde ist und es ausser Sand nichts zu sehen gibt, habe ich ja Zeit die nächste Mercedes-Garage zu suchen. Schnell werde ich fündig, sie liegt am Weg, in Lambayeque, immerhin. Doch bis dorthin sind es noch ca. 600 Kilometer, die wir hoffentlich noch irgendwie schaffen. 
Ausser Wüste und tonnennweise Abfall am Strassenrand, ist die Gegend ziemlich öde. In der Region nördlich von Trujillo wird es wieder einmal grün, hier wird Zuckerrohr angebaut. Doch schon bald nimmt der Staub wieder überhand. Wir nähern uns Chicluya, dem Reis- und Baumwollgebiet Peru’s. Einige Kilometer weiter, in Lambayeque befindet sich das wohl schönste und bekannteste Museum der Region: Museo Nacional Tumbas Reales de Sipàn. Ein Museum über die Moche-Kultur. Rund 200 Jahre vor Christus begann sich an der nordperuanischen Küste die Kultur der Moche, oder Mochica zu entwickeln. Rund 1000 Jahre beherrschten die Moche einen 100 Kilometer langen und 50 Kilometer breiten Küstenstreifen. Wir nehmen an einer französisch sprachigen Führung teil, fotografieren ist streng verboten. Es ist schon beindruckend, was diese Kultur an Keramikgegenständen und Goldschmuck hinterlassen hat.
Die nächsten vier Tage verbringen wir mehr oder weniger wieder bei Mercedes. Diesmal ist der Drehzahlsensor defekt, und logisch, so ein Teil hat man nicht am Lager. Doch schon am andern Tag wird er von Lima angeliefert und getauscht. Jetzt aber nichts wie weiter. Doch schon 70 Kilometer später…., Sch..sse, alles beim alten😡. Völlig frustriert fahren wir zurück. Mittlerweile ist es Abend, hoffentlich arbeitet noch jemand. Wir haben Glück. Es wird wieder gemessen, beraten…..,  und erklärt: der zweite Sensor ist auch kaputt, sie hätten das schon vorher bemerkt, aber gedacht, dass es noch nicht so schlimm sei. Herrgott wie doof sind die denn? Immerhin bauen sie diesmal einen Sensor aus einem Neuwagen aus und bei uns ein, und sie 
verrechnen keinen Zeitaufwand. Skeptisch fahren wir dann am andern Morgen weiter, immer gefasst auf irgendwelche Motzereien vom Auto. Doch es geschehen Wunder, 400 Kilometer weiter, in Zorritos, stehen wir jetzt auf einem Traumplatz mit Karibikfeeling 😎 und erholen uns erst einmal einige Tag, bevor es nach Ecuador geht.

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