05 Montevideo, Puerto Madryn, Camarones, Rada Tilly, Puerto Deseado, Puerto San Julian
​22. Dezember 2017 - 17. Januar 2018, KM 3'689

Wir geniessen die Weihnachtstage im Paraiso Suizo, gehören schon beinahe zur Familie und dürfen am 24. und 25. Dezember mit Silvia und Heinz und ihrem Heimatbesuch Weihnachten feiern. Wir werden richtig verwöhnt. In der Zwischenzeit ist unser Ersatzteil in Montevideo angekommen und wir müssen es am Flughafen abholen. Machen wir, das ganze kostet uns ca. 3 Stunden und einige Dollars. Doch bei Julio, dem Mechaniker und Wohnmobilbauer in Montevideo, kriegen wir leider erst am 3. Januar, morgens um 08.00 Uhr einen Termin. Wir warten also nochmals eine Woche. Darum beschliessen wir für 3 Tage ins Hinterland zu fahren und am 31. Dezember zurückzukommen um Silvester hier zu verbringen. Schliesslich dürfen wir wieder mit ihnen essen: Fondue Chinoise, das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Am 2. Januar abends verabschieden wir uns, hoffentlich definitiv, von unseren tollen Gastgebern, Sivia und Heinz, und fahren schon mal nach Montevideo. Das sind immerhin 80 Kilometer. Wir übernachten am Jachthafen und sind am anderen Morgen pünktlich bei Julio. Übrigens…, seit 2 Tagen funktioniert alles wieder einwandfrei, was also ist jetzt das Problem? Nach ca. 3 Stunden findet Julio die undichte Stelle, die Bordbatterie wurde grob fahrlässig montiert, dadurch entsteht ab und zu Wackelkontakt. Das darf doch nicht wahr sein, das hätten wir auch selber reparieren können! Ärgerlich. Um alles zu testen bleiben wir noch 2 Tage in Uruguay, passieren dann wieder in Fray Bentos die Grenze nach Argentinien. Jetzt fahren wir zügig in 4 Tagen runter nach Puerto Madryn, um von hier aus unsere Reise fortzusetzen.



Unser erstes Ziel ist Punta Ninfas, ca. 65 Kilometer Schotterpisten, Ripio nennt sich das hier. Wir benötigen 2 ½ Stunden bis wir zuvorderst auf den Klippen stehen und tief unter uns die Seelöwen und Pinguine ausmachen. Und das immer noch bei schönstem Wetter, fantastisch.

Weiter geht es, diesmal über die angeneheme Ruta 3, nach Camarones und dann, allerdings auf Schotterpisten, doch gut zu fahren, nochmals 25 Kilometer, nach Cabo dos Bahias. Hier besichtigen wir wieder eine grosse Magellan-Pinguinkolonie. Auch sehen wir zum erstem Mal Gürteltiere, doch für Fotos bin ich zu spät oder sie zu schnell. Wir bleiben dann auf der Schotterpiste bis nach Bahia Bustamente und wollen von dort wieder auf die Ruta 3. Doch nach ca. 5 Kilometer finden wir in einem ausgetrockneten Flussbett keinen Ausweg mehr und müssen umkehren. Jetzt stehen wir vor der Entscheidung, entweder 80 Kilometer zurück oder 70 Kilometer vorwärts. Natürlich entscheiden wir uns für vorwärts. Nach ca. 30 Kilometer sind wir uns aber nicht mehr so sicher ob die Entscheidung richtig war. Zum Glück sehen wir immer wieder Reifenspuren, also sind wir irgendwie schon auf der Strasse. Bei der nächsten Estancia machen wir halt und fragen mal sicherheitshalber nach. Si, si, meint der junge Mann, guckt sich unser Auto an und meint: kein Problem, die Strasse ist befahrbar und führt zur Ruta 3. Doch kurze Zeit später stehen wir vor einem Wassergraben. Peter steigt aus und sondiert zuerst, doch er bleibt im Schlamm stecken, zieht seine Flip-Flops mit den Händen raus, es spritzt und er ist bis zum Rücken zugepflastert. Kein Problem meint er, steigt ein und fährt durch. Natürlich merkt er zu spät was er im Auto anrichtet: der Sitz, das Steuerrad, die Handbremse, Gaspedal einfach alles voller Schlamm. Während ich den Putzlappen schwinge wäscht er sich und fährt dann in den Unterhosen weiter, man weiss ja nie was noch kommt. Irgendwann schaffen wir es dann doch noch auf die Ruta 3 und fahren noch bis nach Rada Tilly. Mittlerweile ist es 20.30 Uhr geworden und wir sind hungrig und müde.


Von hier aus fahren wir weiter Richtung Puerto Deseado. Weil wir aber den ganzen morgen «umeplämperled» und unterwegs unverhofft eine grosse Seelöwenkolonie antreffen, schaffen wir es nur bis Jaramillo. Auch egal. Anderntags sind wir dann gegen Mittag in Puerto Deseado. Als erstes suchen wir eine Autowaschanlage, der Schlamm muss weg! Für wenig Geld waschen und putzen wir unser Bischu bis es wieder glänzt. In der Zwischenzeit wird im Waschsalon um die Ecke unsere Wäsche gewaschen und getrocknet. Danach buchen wir für den nächsten Tag eine 6-stündige Bootstour zu der Isla Pingüinos. Punkt 08.00 legt das Zodiac am Hafen ab. Mit uns sind noch 12 weitere Personen an Bord. Wir wandern so ziemlich die ganze Insel ab, treffen wieder eine riesige Magellan-Pinguinkolonie an. Auch viele Seelöwen, aber auch See-Elefanten leben hier. Doch warum wir eigentlich hier sind: wir wollen die Felsenpinguine sehen, auch Rock-Hoppers genannt. Sie springen aus dem Wasser und hüpfen auf den Felsen umher. Im Gegensatz zu den Magellan-Pinguinen legen die Rock-Hoppers auch 2 Eier, füttern aber nur das stärkere durch. Auf der rasanten Rückfahrt begegnen wir einer Gruppe von Commerson-Delfinen, die kleinste Delfinart der Welt. Unser Bootsführer spielt mit ihnen, er umkreist sie, gibt Gas und die Delfine spielen mit. Unglaublich wie sie das Tempo problemlos mithalten können, im Gegensatz zum Fotografen 😉.

Weiter geht es Richtung Süden. Machen aber noch einen Abstecher in den Parque Natural Bosque Petrificados zu den versteinerten Bäumen. Das Naturphänomen stammt aus dem Jurazeitalter vor über 150millionen Jahren, als es die Anden noch nicht gab.